Ich bin wieder in Deutschland gelandet. Da meine Mutter morgen Geburtstag hat, habe ich sie überrascht und das ist mir gestern Abend auch gut gelungen.
Obwohl in den letzten Wochen Auroville fast alle Freunde abfuhren und ich etwas müde wurde, neue Leute kennenzulernen, fehlt mir Auroville und Indien jetzt schon.
Erste Erkenntnis nach der Rückkehr: wow, überall warmes Wasser.
Ansonsten friere ich etwas – laufe wieder mit Socken durch die Gegend.
Überraschend wie wenig sich in einem Jahr ändert – TV-Programm ist nach wie vor mies.

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10. August 2010
Pichavaram
4. August 2010Ich war etwas beschäftigt in den letzten Tagen, da meine ehemalige Mitbewohnerin aus dem Hostel zu Besuch kam und ich viel Zeit mit ihr verbrachte.
Hier nun also der Nachtrag zum Wochenende:
Am Sonntag machten wir einen Ausflug: 8 Leute verteilt auf 2 Bikes und ein Taxi (da sich nicht geügend Motorradfahrer auftreiben ließen). Eine Enfield sieht zwar sehr gemütlich aus, aber auch auf dieser Maschine fängt der Hintern nach 2 Stunden an weh zu tun. Trotzdem immer wieder eine sehr angenehme Art das Land zu erkunden – man sieht einfach viel mehr, wenn man nicht gerade wegen hoher Geschwindigkeit die Augen zusammenkneift oder ganz schließt, wie ich das immer tue.
Wir starteten bei Sonnenaufgang und kamen relativ früh in Pichavaram an. Nach einem kurzen Frühstück bestegen wir 2 Ruderboote und ließen uns in den Mangroven-Wald in die Backwaters (Salzwasser, aber abgetrennt vom Meer) treiben. Obwohl ich schwimmen kann (im Gegensatz zu den meisten Indern), konnte ich mich nicht gegen eine riesige orange Schwimmweste wehren. Zum Glück durften wir sie nach einiger Zeit ablegen. Die 2 stündige Tour an sich war preiswert, aber die Bootsführer meinten, nur für einen extra Aufpreis würden sie uns in die engeren Kanäle führen – naja es hat sich gelohnt. Schlangen haben wir zwar nicht entdeckt, dafür aber Fischotter, kleine Fische und wundervolle Vögel. Die Tour war sehr entspannend und nach einer wolkigen Woche tat der Sonnenschein gut. Aber manchmal habe ich Mordgedanken, meine indischen Freunde betreffend: in wunderschönster Natur nörgelt Eine die ganze Zeit rum, dass sie Schlangen sehen will und eine Andere fängt an Musik von ihrem Handy zu spielen – aaaahhhh. Aber zum Glück sind nicht alle so.
Nach der Bootstour ging es weiter zu einem Ort, dessen Namen ich nach wie vor aussprechen kann, noch erinnere ich mich an ihn – Gonga-irgendwas (dank Wikipedia gefunden: Gangaikonda Cholapuram)
Hier steht ein beeindruckender Tempel, der zum UNSECO-Weltkulturerbe gehört. Leider war er nachmittags geschlossen, aber im Gras liegen und Tempel angucken war auch angenehm.
ein schöner Tag, mein Gesicht hat wieder etwas Farbe bekommen, zurück in Auroville gab es Pizza.

Auroville Wildlife
31. Juli 2010Hach, genieße ja vor allem die Pfaue – sooo schön, leider aber auch sooo laut. Und dann die Streifenhörnchen – ich liebe sie, und Eidechsen und Chamäleone (was ist denn die offizielle Mehrzahl von Chamäleon?) sind auch immer wiede runterhaltsam.
Etwas erschereckend ist die Zahl meienr gesichteten Skorpione. Gestern wieder eingrößeres Exemplar entdeckt und alle waren der Meinung, der ist tot, bis er anfing sich zu bewegen – und das gar nicht mal so langsam, inklusive aufgestelltem Stachel – da kriege ich echt Gänsehaut. Bloß nicht nachts im Dunkeln barfuß laufen!

indische Namen
31. Juli 2010Ich tue mich ja nach wie vor schwer mir indische Namen zu merken. Vor allem gibt es massig Namen mit S, die alle ähnlich klingen: Sukreet, Sangeeth, Saketh…
Und dann ist das Problem, dass mich alle Inder immer mit Namen begrüßen („Hi Steffi“) und ich immer nur „Hi“ antworte, abgesehen davon, dass es fr mich auch ungewöhnlich ist, immer den Namen zu sagen.
Und nun auch noch eine Freundschaftsanfrage auf Facebook – okay, manchmal hilft das Foto weiter, aber bei einem Bild mit kleinen süßen Hunden gebe ich auf. Ich hab den Namen schon mal gehört, also bestätige ich die Freundschaftsanfrage. Werde in den nächsten Tagen unauffällig Recherche anstellen, wer hinter dem Hundebild steckt.

Sprachen
29. Juli 2010Ein indischer Freund ist der Meinung, dass es wie Chinesisch klingt, wenn ich Deutsch spreche… hmpf
Nach wie vor ist es manchmal etwas deprimierend von lauter Indern umringt zu sein, die Hindi miteinander sprechen und ich keine Ahnung habe. Bin mittlerweile sehr gut im einfach mir meine eigenen Gedanken in solchen Situationen zu machen.
Dafür werde ich aber sehr gut indisch bekocht ![]()
Man muss halt Prioritäten setzen
Es geht mir gut, ich habe gute Laune: wir planen gerade einen Wochenend-Bike-Trip. Für alle Motorradfans: es werden 2 Enfields im Einsatz sein
Fotos davon kommen dann nach dem Wochenende
Hoffentlich regnet es nicht, es ist ja immerhin noch Monsun (was sich hier hauptsächlich in Wolken zeigt, während Delhi und Bombay halb untergehen)

Alkohol in Indien
28. Juli 2010In Auroville Alkohol ist verboten (man soll ja higher consciousness erreichen
), aber dafür ist Pondicherry (als einer der Bundesstaaten; es gibt den Staat und die Stadt) relativ bekannt für Alkohol. In nur einem einzigen Bundesstaat ist Alkoholkomplett verboten, in allen Anderen ist er meistens einfach nur teuer. In Pondicherry und ich glaub auch Goa ist Alkohol relativ preiswert, weshalb Inder da gerne mal für ein Wochenende kommen, um zu Feiern.
Alkoholpreise in Pondicherry:
Bier im Restaurant (650ml) um die 100 Rs. (1,50 Euro)
Bier aus dem Laden um die 50 Rs. (90ct.)
Wein ist leider verdammt teuer, weil die Meisten importiert werden. Tja, Indien ist leider kein Weintrinkerland
Alkohol kauft man in besonderen Läden:

neueste alkoholische Errungenschaft: Freunde haben polnischen Vodka geschenkt bekommen (Zubrówka) – yeah

Auroville Village Action Group AVAG
27. Juli 2010Noch ein Nachtrag zum Wochenende. Mich beneiden ja immer alle dafür, dass ich nicht so starre Arbeitszeiten habe -tja, das hieß für mich in dieser Woche aber auch: Sonntagsarbeit.
Ich arbeite an einen Bericht über die Village Action Group - eine NGO (nicht Regierungs Organisation), die sich über Selbsthilfegruppen seit den 80er Jahren um die Entwicklung in den Dörfern kümmert. das heißt einerseits werden bestimmte Bauprojekte von den Bewohnern selbst organisiert, geplant und durchgeführt und ein 2.Teil der Arbeit von AVAG besteht in Sozialarbeit -von Streitschlichtung über Hygieneaufklärung etc.
Alles sehr komplex und hoch spannend.
Und am Sonntag gab es ein Treffen zwischen verschiedenen Männer- und Frauenclubs. Spannend besonders dewegen, weil mir im Interview ein Mädchen erzählte, dass das für sie das erste Mal ist, dass sie mit einem Mann spricht, den sie ´zuvor nicht kannte und mit dem sie nicht verwandt ist.
Mit Übersetzung bekam ich also ein spannendes Interview. Ansonsten ertrug ich 4 Stunden lang Tamil, mit nur geringer Übersetzung für mich. Und einmal mehr dachte ich, ich hätte mehr lernen sollen von der Sprache. Wer also etwas anstrengend, aber auch eine angenehme Atmosphäre.

Luxus
27. Juli 2010Eine Freundin ist zum House sitting in ein tolles Haus in Auroville eingezogen und dieses Haus ist der Hammer: es hat mehrereZImmer mit tollen Bädern, einen Fernseher und Internet, eine Waschmaschine (so eine richtig moderne) und das Beste: es hat einen BACKOFEN in der Küche – sowas hab ich ja bisher hier immer gesucht und nie gefunden. Da werde ich wohl demnächst mal meinen Kartoffel-Tomaten-Auflauf in die Röhre schieben

Samstag
24. Juli 2010Zum Frühstück in die Bäckerei – ein Schoko-Croissant und eine Käsestange. Ab ans Meer, Kampf mit den Wellen, in der Sonne brutzeln. Mittagessen und dann ab in die Wildnis Aurovilles – Fotos in verschiedenen Communities machen. Kenne zu viele Architekten hier – fange an über Gebäude und deren Design nachzudenken.
Gleich ein weiterer Abschied – traurig.
Fotos kommen demnächst.






